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Projekte. Jedes mit allen Rahmen­bedingungen.

EcoStab arbeitet systemisch: Manchmal ist es sinnvoll, von den Nutzern kleine Vorleistungen zu fordern, die die eigentliche Maßnahme minimieren. Manchmal entstehen mit geringem Mehraufwand Effekte, die gar nicht verlangt waren.

So war in einer Umweltverträglichkeitsstudie nicht erkannt worden, dass ein zu verlegender Bach einer von weniger als zwanzig bekannten Lebensräumen des Weißfußkrebses war. Die Krebse fanden in den Totholzfaschinen mit Schwarzerlen sofort ein neues Zuhause.

2001 entwarf und baute EcoStab die Kläranlage für die Gemeinde Überstrass. In Sichtweite des Rathauses und nahe am Ortskern wurde entschieden, die Konstruktion zu invertieren und das Abwasser an der ortsabgewandten Seite einzuleiten.

Von der Anlage geht absolut keine Geruchsbelästigung aus. Oder warum sonst würde jemand keine 50 m entfernt sein Haus bauen? Es handelt sich um eine dreistufige Anlage mit parallelen, vertikal durchfluteten Becken, einem horizontal durchfluteten anaeroben Becken und einem Schönungsteich mit horizontal durchströmtem aerobem Eingangsbereich und Sauerstoffanreicherung durch ein Sprinklersystem.

Die Agence de l’Eau misstraute anfangs dem System, da es nicht dem in Frankreich üblichen Bauprinzip entsprach. Baustelle und Betrieb wurden von den Universitäten Straßburg und Nancy begleitet und nach zwei Jahren von einem unabhängigen Büro verifiziert. Der Prüfbericht bestätigte die hervorragende Funktion.

Le Moniteur, 26. September 2003 – zum Vergrößern klicken.

Betrieb und Werte

Weil die Vertikalstufen kleiner waren als das französische Standardmodell, bestand die Agence de l’Eau auf fünf statt drei Stufen. Das gab EcoStab die Möglichkeit, mit der Universität Hannover fünf verschiedene Vertikalstufen in realer Größe zu testen. Ergebnis: keine signifikanten Unterschiede in Redoxwert und Sauerstoffgehalt. Erst nach Jahren zeigte ein industrielles Substrat stärkeres Pflanzenwachstum – was seine fünffachen Kosten nicht rechtfertigt.

Der Vorfluter ist ein Gewässer der Klasse 2 mit Forellenbestand. Obwohl gesetzlich nicht vorgeschrieben, wünschte die Gemeinde eine Behandlung von Nitrat-Stickstoff. Den Betrieb erschwerten nicht stillgelegte Klärgruben, ein Mischwassersystem und eine Kanalisation in wasserführenden Schichten: Die hydraulische Belastung lag über Jahre beim Vier- bis Fünffachen der geplanten Menge.

Reinigungsrate in %Ziel200620072008200920102011
BSB₅60965886959799
CSB60896580879593
Schwebstoffe50959181979791
NTK–872385928486
Ntotal–79780637983
Pt–61328395242

2007 gelangten bei einem Unfall große Mengen Heizöl in die Anlage. Durch das Schließen eines Beckens der ersten Stufe konnte der Großteil aufgefangen werden; ein Teil der Becken musste abgetragen und die Vegetation ersetzt werden. Nach der Statistik der zuständigen Behörde war die Anlage über Jahre die Pflanzenkläranlage mit der höchsten Effizienz im Département Haut-Rhin. Quelle: Agence de l’Eau.

2009 entwarf EcoStab die Kläranlage für das Begegnungszentrum „Val Sainte-Marie“ des deutsch-französischen Vereins Rencontres.

Das ehemalige Trappistenkloster bildet mit dem Gutshof eine historische Einheit und liegt an einem Seitenast des Jakobswegs von Biel über Pontarlier nach Besançon. Als Standort bot sich der alte Steinbruch an: nah am Haus, von dort aber kaum einsehbar. Die Anlage wirkt mehr wie ein Wassergarten als wie eine Kläranlage.

Dreistufig, mit verschiedenen Belebtbodenfiltern und Nachklärbecken, komplett im natürlichen Gefälle betrieben. Bis auf einen Bruchkies wurde nur Kalkmaterial aus dem nahen Steinbruch verwendet. Die Firma Mourot aus Silley terrassierte mit einem extrem großen Bagger an einem einzigen Tag; die gesamte Bauzeit lag unter einer Woche. Die Pflanzen stammten aus der ökologischen Anzucht der Jardins du Sauvignon.

EcoStab konnte früh in die Planung der Produktionsabläufe Einblick nehmen und das komplette Abwassersystem mitplanen.

Es wurden drei getrennte Sammelsysteme eingebaut. Hoch belastete Abwässer werden über eine Kaskade vorgereinigt, bevor sie mit den mittelstark belasteten in die Anlage gelangen. Schwach belastete Abwässer werden erst in einer späteren Stufe eingespeist.

In einen Wald aus See- und Schwarzkiefern eingebettet liegt die Domaine du Taille. Das ganze Tal bildet den Park des Hotels, das Ökologie und Spiritualität verbindet.

2010 wurde EcoStab mit der Konzeption eines Naturschwimmbades beauftragt, gemeinsam mit der Wasserpflanzengärtnerei „Les jardins du Sauvionne“ (Phillip Walker, heute Compagnie des Forestiers) und dem Atelier Arborisculpture von Xavier Ott, das Park und japanischen Garten verantwortet. 2011 wurde gebaut.

Ein klassisches Schwimmbecken, kombiniert mit einem tief liegenden anaeroben Vertikalfilter und einem Regenerationsbecken zur Sauerstoffanreicherung. Zurück ins Becken fließt das Wasser über einen ursprünglichen Wasserlauf oder eine Fontäne. Ausgelegt für 70 Gäste bei durchschnittlich 30 Minuten Badezeit am Tag.

Auf der Website der Domaine du Taille gibt es einen virtuellen Rundgang über das Gelände; das Naturschwimmbad liegt am Westrand.

Naturbadeteich mit Pflanzenzone
Prinzip Naturbad: Schwimmzone und bepflanzte Regenerationszone (Beispielbild).

In einem privaten Landschaftspark mit 2,3 Hektar Fischteichen wünschte der Besitzer ein Naturschwimmbad mit 1000 m² Schwimmfläche.

Zwei extensive horizontale Kiesfilter arbeiten im Wechsel. Pumpen und Steuerung verschwinden in einem unterirdischen Technikraum, der vormontiert und anschlussbereit angeliefert wurde. Vom Bau: großflächige Terrassierung, Folienverlegung bis 3,50 m Tiefe, vorgefertigte Betonfundamente für die Stege, Schwimmsteg und Fischteich, und ein gefluteter Kiesfilter, damit die Jungpflanzen besser anwachsen.

Auch im kleinsten Stadtgarten lässt sich ein Naturschwimmbad unterbringen.

Entscheidend ist die genaue Abstimmung von Filterbecken und Pumpzyklen, damit auch bei intensiver Nutzung Bakterien sicher abgetötet werden.

Gräben und Böschungen entlang der Schnellbahntrasse Paris–Straßburg bei Bannoncourt.

Befestigung der Ufer bei der Vertiefung der Mosel für Schiffe der Rheinschifffahrtsnorm.

Ingenieurbiologisch gesichertes Moselufer
Gesichertes Ufer an der Mosel
Le Moniteur, 24. August 2001 – zum Vergrößern klicken.

Ab 1990 arbeitete Dr. Koch im „Bhim Dhunga–Lamidada Rural Road Project“ der GTZ an nachhaltigen Techniken im Straßenbau.

Im Sinne des „spot improvement“-Ansatzes der Weltbank (Beenhakker 1987) wurden Stellen getestet, an denen traditionelle ingenieurbiologische Maßnahmen mehrfach gescheitert waren. Die vier grundlegenden Erosionsprobleme wurden mit Versuchsbaustellen abgedeckt: flächige Erosion, parallele Hanggleitung, rotationeller Bergrutsch und Gullybildung.

Originalzeichnung: Schnitt Bhim Dhunga, km 0,24
Schnitt Bhim Dhunga, km 0,24. Sicherheitskoeffizient nach Standardmodell: 0,0018 – die Konstruktion überstand 400 mm Regen an einem Tag.

Aufgrund des strikten Nachhaltigkeitskonzepts griffen die Techniken so weit wie möglich auf lokale Ressourcen zurück. 90 % der Gabionen wurden mit Erde gefüllt, an exponierten Stellen mit einer Front aus Trockenmauerwerk, sonst mit verschiedenen lokalen Geweben. Bei erdgefüllten Gabionen darf sich kein Wasserdruck aufbauen: Drainagen aus Steinen entlang der Seitenwände oder Faschinen durch den Gabion in die Hinterfüllung. Zersetzen sie sich, werden sie zu Leitlinien für Wurzeln.

„Nur ein Gabion, den man nicht mehr sieht, ist ein guter Gabion.“
Nach sieben Jahren waren die Baustellen nur noch mit Karten und Bauplänen zu finden.

An zwei Orten wurden neuartige ingenieurbiologische Modelle der Ufersicherung getestet.

„Wenn Du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in Dich hinein.“
Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886

Koulikoro · vorgelagerte Gartenbauterrassen

Umherstreifende Tiere, spielende Kinder und ein hoher Nutzungsdruck lassen keine Vegetation auf dem Ufer zu; in der Trockenzeit wird hier Sand verladen. Das Ufer wird durch eine Fußsicherung und ingenieurbiologische Maßnahmen gesichert. Brach- und Erosionsflächen werden zu Gärten umgewidmet: Sie motivieren, und ihre Erlöse sollen den Erhalt der Bauwerke dauerhaft sichern.

Kangaba · vegetative Buhnen

Auf dem Sand des inneren Flussbetts können sich Pflanzen wegen der jährlichen Überschwemmungen rein mechanisch nicht halten – nur selten findet man gut verankerte Reliktpflanzen früherer Galeriewälder. Die Wasserbaumatratzen erheben sich nur 30 cm über den Grund und geben den Pflanzen Halt; den Buhneneffekt erreichen später die Pflanzen selbst. Das Gelände steht jährlich mehr als sechs Monate bis zu 5 m unter Wasser, in der Trockenzeit ziehen Herden durch das Flussbett.

Seit 2016 engagiert sich FÖLT für die Langzeitbetreuung eines der von der KfW beendeten Projekte. Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete darüber: „In der Regenzeit sind die Häuser in Gefahr“ (PDF).

Erosionsschutz in der Landwirtschaft: Ecofarming nach Prof. Kurt Egger, aufbauend auf dem Projet agro-pastoral Nyabisindu (ab 1974) und fortgeführt von FÖLT in Gikongo (ab 1994).

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